Biodiesel in engine oil

SORRY – up to now this article is only available in German language!

 

 

Wir tanken nie Biodiesel. Trotzdem haben Sie in einigen Proben für unsere Dieselmotorenöle Biodiesel nachgewiesen. Dabei war der Anteil von Biodiesel manchmal sogar höher als der von normalem Diesel.

Wie ist das überhaupt möglich?

OELCHECK antwortet:

Wenn OELCHECK in einem Dieselmotorenöl weniger Diesel (z.B. 1.2%) und mehr Biodiesel (z.B. 2.8%) nachweist, muss dies nicht zwangsläufig aus dem Einsatz von Biodiesel resultieren. Besonders wenn das Motorenöl schon lange Zeit im Einsatz war, sind solche Werte bei dem heute handelsüblichen Dieselkraftstoff, so wie er aus der Zapfsäule kommt, „normal“.

Spezifikationsgerechter Diesel nach EN 590 enthält seit mehreren Jahren geringe Mengen an Biodiesel. Der Gesetzgeber hat vorgeschrieben, dass dem konventionellen Kraftstoff bis zu 5% aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellter Biodiesel zugesetzt werden sollen. Die Motorenhersteller haben im Rahmen der Norm EN 590 dieser 5%igen Zugabe zugestimmt. Dieselmotoren verkraften diese Beimischung in der Regel auch problemlos. Allerdings können Schwierigkeiten auftreten, wenn ein Motorenöl sehr lange verwendet und/oder das Fahrzeug häufig im Kurzstreckenverkehr eingesetzt wird. Unsere Analysen haben gezeigt, dass sich im Motorenöl dann ein überproportional hoher Anteil von Biodiesel wiederfindet. Kraftstoff gelangt hauptsächlich bei kaltem Motorbetrieb, manchmal auch bei Einspritzproblemen ins Motorenöl. Konventioneller Diesel hat einen relativ frühen Siedebeginn. Er kann bei Öltemperaturen, die in der Ölwanne oft über 80°C betragen, kontinuierlich bei heißem Motor verdampfen. Die Gase werden dann über die Kurbelgehäuseentlüftung wieder der Ansaugluft zugeführt. Sie gelangen so in den Verbrennungsraum, wo sie zur Energieerzeugung beitragen. Zusammen mit dem Diesel gelangt auch Biodiesel, von dem 5% im Kraftstoff enthalten sein können, ins Motorenöl. Biodiesel hat aber eine stark nach oben verschobene Verdampfungskurve. Der Siedebeginn liegt bei ca. 170°C, das Siedeende bei ca. 300°C. Der im Gebrauchtöl vorhandene Biodiesel verdampft also bei Weitem nicht so leicht aus dem Motorenöl, wie konventioneller Diesel. Es kommt zu einer „Aufkonzentration“, d.h. zu einer höheren Anreicherung des Motorenöls mit Biodiesel. Der in der Raffinerie dem Diesel zugegebene Biodiesel kann noch geringe Anteile von „Triglyceriden“ enthalten. Triglyceride und andere Fettsäuren oder Biodieselbestandteile können bei üblichen Motorenöltemperaturen und langen Einsatzzeiten mit zunehmender Konzentration polymerisieren und somit langkettig und klebrig werden. Dabei entstehen oft Ablagerungen, die als eine Art Überzug auf allen ölbenetzten Teilen vorhanden sind. Sie behindern die Wärmeabfuhr durch das Öl und den nötigen Ölfluss. Verkokungen in den Kolbenringnuten und am Kolbenboden können dann zu Motorschäden führen.

Fazit: Da "normaler" Dieselkraftstoff heute bis zu 5% Biodiesel enthält, werden auch immer wieder Anteile von Biodiesel im Motorenöl nachgewiesen. Um die oben beschriebenen Risiken für den Motor zu vermeiden, sollte der Anteil von Biodiesel im Motorenöl jedoch 5% nicht übersteigen.

Lesen Sie auch: Wie lässt sich E10 im Motorenöl nachweisen?