Simulated distillation

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Seit 2005 wird bei OELCHECK der Kraftstoffanteil in gebrauchten Motorenölen mit einem GC (Gaschromatographen) bestimmt. In der Zwischenzeit wurde der im ÖlChecker Winter 2005 beschriebene GC mit einer zweiten „Säule“ ausgerüstet und mit einer entsprechenden Software für die simulierte Destillation ergänzt.

Kraftstoffe bestehen aus Kohlenwasserstoffen mit unterschiedlicher „Kettenlänge“. Einige dieser Verbindungen verdampfen bei niedrigen Temperaturen, einige erst bei über 200°C. Der Vorgang des Verdampfens kann als Destillation mit dem GC simuliert werden. Dabei wird der Siedeverlauf und ggf. Siedebeginn und Siedeende aufgezeigt.

In der jeweiligen Norm sind hierzu Kennwerte für die Kraftstoffsorten festgelegt. So ist z. B. für Ottokraftstoff nach DIN EN 228 die bei 70, 100 und 150°C verdampfte Kraftstoffmenge sowie der Siedeendpunkt (Final Boiling Point) definiert. Für Dieselkraftstoffe ist die verdampfte Menge bei 250 °C und bei 350 °C sowie die Temperatur, bei der 95 % der Kraftstoffmenge verdampft sind, von Interesse.

Anhand des Destillationsverlaufs nach der Sim-Dis-Methode lässt sich eindeutig erkennen, ob es sich bei einer Kraftstoffprobe z. B. um Diesel, Biodiesel oder Benzin handelt. Auch Falschbetankung oder Verunreinigungen von Benzin mit Diesel, Diesel mit Biodiesel, Diesel mit Benzin usw. lassen sich deutlich darstellen. Eine Vermischung von konventionellen Kraftstoffen mit Pflanzenöl wird zwar ebenfalls sichtbar, aber diese kann auch mit anderen Prüfverfahren, wie Viskositätsveränderung oder FT-IR-Spektroskopie, festgestellt werden.

Als Kenngröße für die Zündwilligkeit von Diesel nach EN 590 wurde u. a. auch der Cetanindex definiert. Mit den Werten aus der Destillation und der Dichte lässt sich der Cetanindex berechnen. So kann man einen Hinweis bekommen, ob z. B. ein im Ausland getankter Diesel Ursache für nachlassende Motorleistung oder Zündungsprobleme ist.